Worst-Case

Das vorliegende Buch wurde von einem langjährig praxiserprobten Kriminalbeamten und einem juristisch gebildeten Waffenexperten verfasst. Hier wird nicht ausschweifend theoretisiert, sondern mit zahlreichen praktischen Beispielen und Illustrationen zur Sache gegangen. Nach einer Einführung, die sich Begriffsbestimmungen, strafrechtlichen Aspekten, Fragen der Notwehr und dem Waffengesetz widmet, folgt ein recht umfangreicher Teil zum Thema Einbruchschutz. Hier werden praxisorientierte und evidenzbasierte Ratschläge erteilt, worauf u. a. zu achten ist – etwa auf den mechanischen Schutz von Türen und Fenstern des Schutzobjektes, der vor elektronischen Sicherungsanlagen geht. Wer will, kann sein Heim durchaus zu einer veritablen Festung ausbauen. Im Hinblick auf das im letzten Teil des Buches beschriebene „Worst-Case-Szenario“ eines Bürgerkrieges, ist das nicht ganz abwegig.

Beide Autoren betonen die überragende Bedeutung des „Mindset“, die Bereitschaft des Verbrechensopfers, im Fall der Fälle alle in vielen Jahren antrainierten Fairnessregeln augenblicklich zu vergessen und dem Angriff mit größtmöglicher Entschlossenheit und Brutalität zu begegnen. Immerhin geht es zuallererst ums (eigene) Überleben. In der Praxis unserer überbehüteten, feminisierten, verweichlichten und dekadenten westlichen Gesellschaften, dürfte hier das bei weitem größte Problem liegen: Wir haben es völlig verlernt, mit aggressiver Gewalt zu leben und notfalls angemessen – also ebenso gewaltsam – darauf zu reagieren.

Zudem tut der Staat alles, um Otto Normalverbraucher gefährlichen Gewalttätern weitgehend wehrlos auszuliefern. Ständig weiter verschärfte Waffengesetze kennen nämlich nur einen Profiteur: zu allem bereite Kriminelle, die vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken. Insofern gewinnt die Sicherung des Hauses oder der Wohnung umso größere Bedeutung. Sie sind schließlich jene Rückzugsräume, die am ehesten Sicherheit gewähren. Sobald man indes öffentlichen Raum betritt, sind Umsicht, Wachsamkeit Vorsicht und Handlungsbereitschaft gefordert. Je länger die Welle der Zuwanderung aus vormodernen Gewaltkulturen andauert, umso mehr.

Wer den in diesem Buch erteilten Ratschlägen folgt, wird dadurch nicht unverwundbar, lebt aber doch um einiges weniger gefährlich. Fazit: lesenswert!

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Beitragsfoto: pixabay.com

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