Vom Wahn der Deutschen

Wir sind verrückt, meschugge, völlig verblödet – oder verschließen aus Panik vor dem worauf wir uns eingelassen haben, die Augen.

Fakt ist: der angebliche deutsche Wohlstand ist ein Märchen aus 1001 Nacht, aber die Medien erzählen anderes und viele glauben das, obwohl es mit wenigen Klicks auf amtliche Seiten nachzulesen wäre – wie bei der Deutschen Bundesbank.
Im ersten Halbjahr hat die deutsche Wirtschaft für 122,4 Milliarden Euro mehr Waren exportiert als importiert. (Quelle)
Im gleichen Zeitraum hat die Deutsche Bundesbank mit 100 Milliarden Euro für diese Exporte gebürgt – so das Ergebnis der Target2-Salden, die im November 2016 noch 754 Milliarden betrugen und per Juni 2017 auf 856 Milliarden angewachsen sind. (Quelle)

Der Finanzminister hat also für den durch die BuBa verbürgten Erlös der Exportwirtschaft bei einem Satz von 19% MwSt. 19 Milliarden vereinnahmt. Eine Luftnummer, weil die Bürgschaft der BuBa von keinem Abnehmer in den südlichen Euroländern jemals abgelöst werden kann – ebenso so wenig wie alle Salden aus Target2 seit der Installation des Systems 2007.


Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs
Eine ebenso knappe wie stilistisch brillante Kritik der heutigen Wirtschaft von einem der anerkanntesten und streitbarsten Ökonomen unserer Zeit. Galbraiths letztes Buch zeigt, was passiert, wenn eine ungezügelte und selbstherrliche Privatwirtschaft alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu dominieren beginnt.
Erweitert um einen Essay des bekannten Wirtschaftswissenschaftlers und Journalisten Uwe Jean Heuser zum Leben und Wirken Galbraiths.
Ein dogmatisch gewordener Glaube an das vermeintlich segenreiche Wirken freier Märkte ist heute weit verbreitet. Die daraus resultierenden Irrtümer und Illusionen haben sich bei vielen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Medien zu einer Unfähigkeit gesteigert, die Wirklichkeit richtig wahrzunehmen. Es ist dieser Realitätsverlust, der sie zu unschuldigen Betrügern macht.
In der Person Galbraiths vereinen sich ein großer wirtschaftlicher Denker und ein grandioser Stilist. Galbraith enttarnt die Floskeln des herrschenden wirtschaftswissenschaftlichen Jargons. So wird von freien Märkten geredet, wenn der Kapitalismus gemeint ist, und verschleiert, dass es hierbei immer auch um Fragen der politischen Macht geht. Er zeigt, wie es den Unternehmen gelungen ist, ihre eigene Bürokratie als effizientes Management zu verkaufen, während die staatliche Verwaltung zum Feindbild stilisiert wird.
Sein jüngstes Buch, die Frucht reicher politischer Erfahrung und jahrzehntelangen Forschens, zeigt Galbraith so scharfsinnig und angriffslustig wie eh und je. Er fordert einen Staat und eine Öffentlichkeit, die sich nicht länger von den großen Konzernen und mächtigen Lobbys entmündigen lassen. Galbraith ist Pflichtlektüre für jeden politisch und wirtschaftlich interessierten Leser.


Zurück zu Schäubles luftverbuchten Einnahmen.

Volkswirtschaftlich gesehen verdoppelt sich zumindest kurzfristig der Mehrwertsteuer-Erlös durch den wiederholten Umschlag an Löhnen, Dienstleistungen und Waren / Löhnen, Dienstleistungen und Waren usw. Demzufolge wird allein aus der MwSt. der ersten 6 Monate ein Überschuss in den Kassen das FM von 38 Milliarden Euro (19 x 2) bleiben.
Es wäre nur zu schön, wenn dieser per Bürgschaft der BuBa erzielte Überschuss und anteilige Gewinn der Exportwirtschaft samt der daran hängenden Lohnsumme keine Luftnummer wären. Doch dem ist nicht so. Aber die Bundesregierung finanziert aus diesem fiktiven Topf Milliarden für Flüchtlinge, für deren Lebensunterhalt, Unterbringung, Gesundheitsfürsorge, Betreuung, Verwaltung und Integrationsaufwand.

Damit nicht genug.

Wer alle deutschen Verbindlichkeiten zusammenrechnet kommt zu folgendem erschreckenden Ergebnis:

Staatsschulden der Deutschen: 7,4 Billionen
Haftung für EZB, EFSF, ESTM: 0,769 Billionen
Target2: 856 Milliarden
Total: 9,025 Billionen Euro

(Mehr unter: Das Monstrum Schuldenmaschine)

Zusätzlich tauchen infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise bei Politikern ehemaliger Kriegsgegner erneut Reparationsforderungen auf, die – wenn die Bundesregierung darauf eingehen müsste, den Deutschen restlos den Strick um den Hals legen. Forderungen nach Abschluss eines Friedensvertrages, – wie er von einigen Seiten gefordert wird (z.B. Gemeinde Neuhaus) – sind in diesem Zusammenhang Brandbeschleuniger.
Käme es soweit, müsste jede deutsche Regierung die Grenzen für Inländer (á la DDR) schließen, damit kein deutscher Sklave den Pflichten, die uns die übrige Welt auferlegen wird, jemals entrinnen kann.

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Der Sektor
Der Weltökonom Michael Hudson übt eine Fundamentalkritik am kapitalistischen Finanzsystem, die unser Denken verändern wird. Die Weltgeschichte beweist: Die Banken führen einen neuartigen Krieg gegen die Demokratie.
Hudsons Prognosen erregen weltweit Aufmerksamkeit: als Erster und Einziger hat er den genauen Zeitpunkt vorausgesagt, an dem die fatale Immobilienblase platzen sollte. Eindringlich  analysiert er, wie die internationale Finanzwelt die Errungenschaften der klassischen Ökonomie verspielt. An Beispielen aus der Geschichte zeigt er, was »Schulden« sind, und eröffnet neue Perspektiven auf dieses Menschheitsproblem. Schonungslos entlarvt Hudson die Vorstellung, die Verschuldung könne gemanagt werden, wenn man sie den Bürgern aufbürdet. Das Bankensystem muss wieder der Wirtschaft dienen und nicht umgekehrt. Doch nun betreibt die Finanzwelt eine neue Art der Kriegsführung gegen das Volk, die unsere Gesellschaften polarisiert. Hudsons historisch fundierte Analyse belegt: Weltweit werden Bürger revoltieren. Denn die Interessen von Gläubigern sind nicht die der Demokratie. Für den Autor ist die heutige Krise noch immer eine Frage des politischen Wollens und keine schicksalhafte Notwendigkeit.
»Michael Hudsons brillant-scharf sinniges Buch über das Versagen  des modernen Kapitalismus ist Pflichtlektüre.« David Graeber
Die Wall Street besitzt heute eine Finanzmacht, mit der sie den Ausgang von Wahlen und die Besetzung von Schlüsselpositionen bei Finanzmarktregulierungs- und Strafverfolgungsbehörden maßgeblich beeinflusst.
Rezension“Hudson hat ein analytisch tiefsinniges und sehr verständliches Buch geschrieben, so wie es vor allem angelsächsische Wissenschaftler können … Notwendig sei ein weitgehender Schuldenschnitt für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen. Geschehe dies nicht, dann sieht der Ökonom schwarz, auch für Gesamteuropa. Und er hat wirtschaftliche Entwicklungen schon öfter richtig analysiert, wie das Auftreten der Finanzkrise. Wer Schlimmes verhindern will, sollte ihn genau lesen.“
Caspar Dohmen, Deutschlandfunk, 12.12.2016

Beitragsbild: pixabay.com

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2 Kommentare

  1. Wenn Spanier für zwei Millionen Euro in Deutschland einkaufen und Deutsche für eine Millionen Euro in Spanien, dann bezahlen sie dafür. Die Target2-Salden sind eine Statistik und kein Kreditvertrag.

    Mir kam so komisch vor, was landauf landab veröffentlicht wird. Es ist schlichter Unfug! Durch eigenes Überlegen fand ich den Denkfehler heraus und wusste nun, nach was ich suchen kann, um den Sachverhalt von Fachleuten beschreiben zu lassen.

    Die beiden Zitate sind zu umfangreich für einen Kommentar:
    http://www.dzig.de/Target-2-Desaster

    • @ Hans Kolpak
      „Die Target2-Salden sind eine Statistik und kein Kreditvertrag.“
      Wenn dem so wäre, wäre das i.O. Der Unfug liegt darin, daß die Spanier auf Kredit kaufen, den die EZB den Spaniern (u.den anderen Südstaaten) einräumt. Die EZB verbucht die Forderung an die BuBa. Diese zahlt dem deutschen Exporteur den Gegenwert aus – ein „Gegenwert“, der in Wahrheit weiter eine Forderung bleibt. Warum verstehen das so wenige. 856 Milliarden zahlt die BuBa den Exporteuren aus und hat dagegen Forderungen in ihren Büchern. Die Deutschen hätten schon längst nichts mehr zu beißen, wenn dieser Wahnsinn via EZB und BuBa abgeschafft würde. Damit das weiter so bleibt, wählen die Deutschen am 24. September jene Partei, auf deren Plakaten die hohle Phrase vom „Land, in dem sie gut und gerne leben wollen“ steht. 1933 haben die Deutschen das auch geglaubt.

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