Vom Ende Germaniens

Das Buch von Rolf Peter Sieferle: „Finis Germania“, kann in zwei Stunden gelesen werden (meine Sonntagvormittags Beschäftigung, nachdem es zum Radfahren und Schwimmen zu kalt ist.) Das Nachdenken darüber und das ganze Verstehen wird wohl noch einige Zeit beanspruchen, offenes Ende…

Tatsächlich aber läßt mich bereits das erste Überlesen vieles, von dem was speziell bei uns abläuft, deutlicher begreifen und auch „erschaudern“, da es mir eine Ahnung davon gegeben hat, was mit der Welt und speziell mit uns in „unserem Land“ noch passieren wird, ja muß, da es Teil des („ganz vorsichtig formuliert“) gewaltigen, heute dominierenden geschichtlichen „Trends“, und damit eine wohl unausweichliche geschichtliche Entwicklung, ist.
Auch die harten im Land vorhandenen Fakten (für jeden sichtbar, wenn er/sie keine Tomaten auf den Augen hat) sowie die weniger bekannte, aber nicht desto trotz vertragliche Realität (bis 2099 ist nach dem Völkerrecht noch Zeit das Problem zu erledigen, nachdem der Ritt über den See bis 1989 scheinbar recht gut für uns ausging) weisen in diese Richtung.

Dies macht das rasch und überall exponentiell entwickelnde Geschehen auf den unzähligen anderen Problemfeldern dieser Erde – die alle in einer wohl nicht mehr allzu fernen Zeit, dramatischst und fast gleichzeitig kulminieren und interagieren werden – für uns (als in diesem Land lebende Menschen, mit absoluter Sicherheit aber für unsere Kinder und die Enkelgeneration) besonders brisant und wohl unausweichlich.
Dazu Peter Sieferle:
…d.h. er hat aus der abstrakten, undifferenzierten „Menschheit zwei Völker herausgehoben, die sich vom profanen Rest der Menschheit derart unterscheiden, daß sie komplementär den Charakter des Absoluten besitzen: Sie sind absolute Täter und absolute Opfer. Diese Unterscheidung gewinnt schließlich Bedeutung für das universalistische Programm der Herstellung einer einheitlichen Menschheit. Diese wird verhindert durch noch immer zwei prinzipielle Fremdkörper der Besonderheit, ein negativ auserwähltes Volk, die Deutschen, und ein positiv auserwähltes Volk, die Juden. Dies hat für alle Zeiten den Deutschen und den Juden eine komplementäre Sonderrolle zugewiesen, die im Gedächtnis der Menschen nicht verschwinden wird, solange es noch Deutsche und Juden gibt. Dies hat jedoch eine letzte paradoxe Konsequenz. Das Projekt einer homogenen Menschheit wird solange nicht verwirklicht werden, wie es nicht gelingt, die beiden hartnäckigsten Restposten völkischer Besonderheit ebenfalls zu assimilieren und damit zu eliminieren… ihrer Auflösung in bloße menschliche Individuen. Die Erde wird von diesem Schandfleck erst dann gereinigt werden, wenn die Deutschen vollständig verschwunden sind, d.h. zu abstrakten Menschen geworden sind.“
Rolf Peter Sieferle, geboren 1949 in Stuttgart, Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie. Promotion 1997, 1984 Habilitation für Neuere Geschichte. Ab 1991 war Sieferle ausserordentlicher Professor für Geschichte an der Universität Sankt Gallen. Sein Werk „Der unterirdische Wald“ 1982 gilt als Standardwerk, was die Durchsetzung des Energieträgers Steinkohle betrifft, seine Rede von der „Rodung der unterirdischen Wälder“ wurde zur Metapher für die Ausbeutung jeder Ressource und für ein Leben auf Pump.
Rolf Peter Sieferle hat sich im September 2016 in Heidelberg https://de.wikiquote.org/wiki/Helmut_Schmidterg das Leben genommen.
Welche Botschaften birgt „Finis Germania“ ( im Nachwort von Raimund T. Kolb):
„Wir werden dominiert von Instabilen, verhaltensunsicheren und arm an Selbstbewußtsein agierenden „Herrschaftseliten“ mit einem vom tief-verwurzelten Sozialdemokratismus geprägten „kleinbürgerlich amorphen Politikstil.“. Ein in alle Lebensbereiche sich hineinfressender Relativismus und eine zivilreligiös mit „Auschwitz“ aufgeladene Kollektivschuld inklusive dem Gebot permanenter Buße bedrängen unser ohnehin zu Frurcht, Angst und gelegentlich Panik neigendes „Hühner-Volk“, das Volk der Nazis, das als „negativ auserwähltes Volk“ seine einzige Bestimmung im Verschwinden aus der realen Geschichte findet und sich entsprechend zu fügen weiß. Damit ist auch Deutschlands Rolle in der Weltgeschichte besiegelt. Die einst bürgerliche Gesellschaft erreicht mit der Negation des Eigenen ein naturwüchsiges Stadium: „Nachdem das Aas des Leviathan verzehrt ist, gehen die Würmer einander an den Kragen“ – Gemeint ist ein Rückfall auf das Niveau von Multitribalismus und der ihm inhärenten Agonalität.“
Es macht mir auch verständlich, warum viele hochgebildete Menschen dieses Land bereits verlassen haben, bzw. in wachsender Zahl im Begriff sind, dies zu tut.
Nochmals Rolf Peter Sieferle:
„es galt in der gutern Gesellschaft nie als fein, vom Geld zu reden; diese redet von nichts anderem, je reicher sie wird.“
Die Massenzivilsation ist deshalb so unkultiviert, (und merkt dies nicht einmal), weil in ihr ein vulgärer Typus an der Macht ist: der Massenmensch, für den fast food und Entertainemnet-Kultur geschaffen sind und deren Bedürfnissen sie exakt entsprechen. Die Vollendung der Zivilisation ist das kulturelle Tierreich: das Reich der niedrigen Bedürfnisse und ihrer unmittelbaren Befriedigung. Hier stirbt keiner mehr für ein Ideal, sondern man bringt sich durch Raubüberfälle oder in Bandenkriegen um, in denen es um Rauschgiftreviere und Schutzgelderpressung geht.
Rückblickend kann das 20. Jhdt wohl als eine Zeit ungeheuerer Verschwendung charakterisiert werden, als eine Epoche, die im Überfluss daher taumelte. man ging mit allem verschwenderisch um: mit Ressourcen aber auch mit Menschen, mit Ideen, mit kulturellen Beständen. Diese große Verschwendung, ihre Masslosigkeit war vielfach eine Selbstverschwendung. Etwa in den kolossalen Kriegen und Revolutionen, den Massenmorden und Quälereien, die (bislang) singuläre Dimensionen annahmen. Am Anfang stand eine optimistische Begeisterung, ein Wille die Tore zur Zukunft aufzusprengen – sei es durch revolutionäre Ausrottung, Züchtung, Umsiedlung und Umerzeihung ganzer Völker, sei es durch eine extensive technische Bewältigung der naturalen Wirklichkeit. Die Verschwendung menschlichen Lebens wurde schliesslich vom Massenkonsum der Prosperitätsphase abgelöst. Jetzt wurde die Vernichtung natürlicher Bestände totalisiert. Am Ausgang des 20. Jhdt. steht eine verwüstete, kahle, verseuchte Welt, in der man die Opfer bejammert, von Verantwortung und Betroffenheit schwatzt und daran geht, die letzten kulturellen Bestände zu verjubeln.
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1 Kommentar

  1. Geht alle schön brav und diszipliniert wählen, damit der Plan mit deutscher Gründlichkeit und Leistungsfähigkeit zeitgerecht durchgezogen werden kann und ihr am Ende glorreich in die Hölle einziehen könnt !!!
    P.S.: nicht vergessen: dalli, dalli noch ein Paar Dutzend Atomwaffenfähige U-boote fertigstellen …

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