Vatikanische Geheimstrategien

Die Katholische Kirche hat ihren Plan zur Überwältigung der orthodoxen Ostkirche zu keinem Zeitpunkt aufgegeben. Bereits vor 1900 hat der Vatikan dafür noch einmal alles riskiert.

Im Jahre 1880 veröffentlichte der römische Prälat Pressuti »mit Billigung und warmer Anerkennung des Papstes eine Denkschrift«, die alle der orthodoxen Kirche zugehörigen – auch islamischen – Völker auf dem Balkan und im weiteren auch Rußland betraf. Der Plan der römischen Kurie war die Überwältigung der Ostkirche. Unzweifelhaft handelte es sich um die Neufassung eines tausend Jahre alten Planes.

Zu diesem Zwecke übernahm die katholische Kirche die panslawistische Bewegung. »Stärkung des Slawentums« lautete der wichtigste Punkt. Mit welcher Hinterhältigkeit die Bewegung aufgezogen wurde, geht aus zahlreichen zeitgenössischen Äußerungen über »die Slawen als kommende Rasse« hervor. Kaum jemand hinterfragte, warum man einem chaotischen Rassenmischmasch und Sammelsurium kleiner und kleinster Völker Osteuropas von erbärmlichem wirtschaftlichen, geistigen, kulturellen und politischen Tiefstande auf einmal Zukunftaussichten einräumte. Nicht eine Stimme ist bekannt, die den Unsinn einer »slawischen Rasse« durch Sachkenntnis hinterlegt hätte.

Punkt zwei des geheimen Eroberungs-Programms des Hl. Stuhls wurde von Alfred Miller1) nur unvollständig enträtselt, kann aber jetzt als entschlüsselt gelten: Rußland und Deutschland mußten in einen Krieg auf Leben und Tod verwickelt werden. Mit dem Sturz von Kaiser und Zar, über die Trümmer von Protestantismus und orthodoxer Kirche hoffte man, der Verwirklichung des römisch-katholischen Priester-Weltreiches einen riesigen Schritt näher zu kommen.

Seit Anfang der 80er Jahre war Kardinal-Staatssekretär Rampolla unermüdlich bestrebt, Rußland und Frankreich gegen Deutschland zusammenzuschmieden. Nach vielen Annäherungsversuchen, die schon von Bismarck mit großer Besorgnis beobachtet wurden, kam 1897 ein französisch-russisches Bündnis gegen Deutschland zustande.

Es wurde zweimal mit einem großen Te Deum in der Kirche Sacre Coeur auf dem Montmartre gefeiert. Der österreichisch-ungarische Botschafter am Vatikan, Ambro, meldete nach Wien: »…daß der Vertreter Leo XIII. dem feierlichen Dankgottesdienste in Sacre Coeur beiwohnte, den himmlischen Segen auf das geheiligte Haupt des Zaren und das geheiligte französische Reich herabflehte und endlich den päpstlichen Segen erteilte«. Das Bündnis des Erzfeindes Deutschland mit dem nichtkatholischen Rußland war das ganz große Kirchenereignis (mit dem Papst als dritten Bundesgenossen).

Schon 1912, während des Balkankrieges sprachen maßgebende Katholiken von »dem lang erwarteten europäischen Krieg«, der »heute oder morgen kommen muß«. Sie sagten unverblümt in wessen Diensten:

»Wenn … der Papst und die Interessen der Kirche eines starken Armes und eines gewichtigen Wortes bedürfen, gewiß dann wird auch der katholische Kaiser Europas sich als Sohn der Kirche zeigen und wie jeder Laie, wie jeder katholische Souverän eines katholischen Staates dem HI. Vater seinen Einfluß zur Verfügung stellen, als Sohn dem Vater, als Kronfeldherr der Kirche« („Österreichisches Katholisches Sonntagsblatt“ 30.10.1912)

Nikolaus II. wurde erpreßt. Das Druckmittel hieß Geld: Frankreichs Staatspräsident war beauftragt, den Willen der Rothschilds durchzusetzen – sie selber blieben vorsichtig im Hintergrund. Poincare drohte dem Zaren die Kündigung aller Kredite an, falls er nicht sofort Rußland zum Kriege mobil mache.

Das Bankhaus Rothschild bediente sich schon immer dunkler politischer Geschäfte und es ist kein Geheimnis, daß Rothschild von Anbeginn Pläne der Zionisten finanziell förderte, eine »jüdische Heimstätte in Palästina« zu schaffen. Während des folgenden Krieges wurde nach dem Belfour-Plan den Juden diese Heimstadt versprochen.

Zahlreiche Ahnungslose beteiligten sich an der Kriegsentfesselung. In Deutschland wühlte das Zentrum, der politische Arm des Papstes, die Kriegsstimmung anzuheizen. Mathias Erzberger, ein von hohen katholischen Priestern geleitetes „Chamäleon“, das sich je nach Bedarf und Lage (über-nationalistisch, demokratisch, monarchistisch, militaristisch, pazifistisch, sozialistisch oder kapitalistisch färben konnte), verlangte unverschämte Annexionen zugunsten Deutschlands, so daß dies später als Beweis deutscher Eroberungslust ausgelegt wurde. »Die katholische Presse warnte vor jeder Vermittlung, vor jedem Nachgeben, jeder Freund des Friedens sah sich schwersten Beschimpfungen ausgesetzt … einmütig kriegshetzerisch waren nur die katholischen Zeitungen 2). Sie beschworen die »Nibelungentreue« zu Österreich, denn wenn sich das Deutsche Reich heraushielt, gingen alle Kriegspläne daneben.

Wie die Kirche das wilde Nationalgefühl der Stunde ausbeutete, verriet der führende Jesuit Pater Lippert in den jesuitischen »Stimmen aus Maria Laach«: »Es ist wahr, Gott kann nicht in den Dienst des einen gegen den anderen Nationalismus treten. Wohl aber kann und soll jeder Nationalismus, auch wenn er Kriege führt, in den Dienst Gottes treten«. (Man setze an die Stelle von „Gott“ gleich „Kirche“).

Weitere Kräfte schürten das Kriegsfeuer kräftig mit: Thomas Mann sagte in den »Betrachtungen eines Unpolitischen« (1919), die Geschichte werde lehren, welche Rolle die internationalen Logen, die Freimaurerei, »unter Ausschluß der ahnungslosen deutschen natürlich«, bei der Vorbereitung und Entfesselung des Weltkrieges gespielt hätten. Hat sie es wirklich? Davon berichtet die »anerkannte« Geschichteschreibung kein Wörtchen. Man muß »Untergrundliteratur« kennen, solche, die der geheimen Schweigezensur unterliegt, um etwas darüber zu erfahren3). Dann gibt es keinen Zweifel, daß andere Geheimgesellschaften genau so auf den Weltkrieg hinarbeiteten wie die katholische Kirche.

Fast unbekannt ist, daß am gleichen Tage da in Sarajewo Schüsse auf den Kronprinzen abgefeuert wurden (angeblich sogar zur gleichen Minute!) ein Dolchattenat auf Rasputin in seinem Heimatwohnsitz Prokowskoje (Sibirien) geschah, wonach er wochenlang zwischen Leben und Tod schwebte. Grigorij Jefimowitsch Rasputin besaß enormen Einfluß auf den Zaren und war als Kriegsgegner bekannt. Er hatte die russische Kriegspartei lahmgelegt; diese sah deshalb in ihm ihren gefährlichsten Widersacher. 1916 war es wiederum Rasputin, der den Zaren zu Friedensverhandlungen überredete (Minister Stürmer, 1916 Außenminister und Ministerpräsident im Kaiserreich Rußland). Rasputin wurde darauf hin von russischen Adligen am 30. Dezember 1916 ermordet.

Man staunt über die verschwiegenen Beziehungen der englischen, französischen, russischen Logen untereinander und zu (»nationalen«) serbischen Geheimbünden, deren Fernsteuerung von London, wo man am Sonntag, dem 28. Juni 1914 mit Spannung auf das Ergebnis des Attentats wartete. Auch fünf Wochen später lag die Entscheidung über Krieg und Frieden in London. Denn Wilhelm II. wäre nie in den Krieg gegangen, hätte er geahnt, England werde sich der Front gegen Deutschland anschließen. Das wußte die seit 1906 kriegsentschlossene Führung Großbritanniens ganz genau. Er wurde daher von seinen jüdischen Freunden Ballin und Haldane bewußt im Irrtum bestärkt.

Logenbruder Viscount Richard B. Haldane, ein ungewöhnlich intelligenter Angehöriger der britischen »gentry«, benutzte seine Liebhaberei deutscher Geisteswissenschaften (er hatte in Göttingen studiert) zur Täuschung Wilhelms II., der ihn 1906 im preußischen Kriegsministerium »arbeiten«, d. h. spionieren ließ. Als Ergebnis seiner Erkundung auf höchster Ebene – wo sonst wäre so etwas denkbar außer in Deutschland? – gestaltete Haldane schon 1907 das britische Heer um und schuf die »Territorialarmee«, die 1914 Tausenden Deutschen das Leben kostete. Daß Haldane niemals die Interessen der britischen »gentry« vernachlässigte oder preisgab, auch kein Deutschlandfreund war, bestätigt Tirpitz ganz nachdrücklich.

Text entnommen aus „Die unbequeme Nation: 2000 Jahre Wirtschafts- und Religionskrieg gegen die Deutschen
von Georg Kausch

1) Alfred Miller, Informationsdienst zur Zeitgeschichte

2) Alfred Miller, Informationsdienst zur Zeitgeschichte

3) Herbert Runge, „Satansspiel Politik, Riesengeschäft Krieg“

Beitragsfoto: pixabay.com

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