Ursprung und Hintergrund der „Protokolle“

Um die Jahrhundertwende tauchten in Paris und vor allem in Rußland erstaunliche Texte auf, die schließlich von einem jungen Baltendeutschen, der sich intensiv mit indischer Literatur und Freimaurerei beschäftigt hatte, nach München gebracht wurden, wo er sich einem gewissen Dietrich Eckart mit den Worten vorstellte: »Brauchen Sie einen Mitstreiter gegen Jerusalem?«

Der Mann war Alfred Rosenberg, und bei den Texten handelt es sich um die sogenannten »Protokolle der Weisen von Zion«.

Für die Herkunft und den Ursprung dieser »Protokolle« gibt es höchst unterschiedliche Quellen. Wer immer diese erstaunlichen Texte liest, wird unschwer erkennen, dass es deren Verfasser genial verstanden haben, wie sich Geschichte beeinflussen lässt. Die Protokolle selbst wurden – so wie wir sie heute kennen – um 1900 verfasst, also sind sie „echt“. Eines scheint allerdings sicher: Gefälscht ist die jüdisch-zionistische Quelle dieser Texte. Allein ihr Inhalt widerlegt die Behauptung, es handle sich um einen Plan zionistischer Welteroberung.

Jedenfalls verraten diese Protokolle eine verblüffende Darstellung unserer politischen Vergangenheit, sie beschreiben unsere Gegenwart und geben einen Ausblick auf die Machenschaften, mit denen unserer Zukunft gestaltet werden soll. Insofern gibt es eine Überschneidung zu den Illuminaten-Papieren und deren transzendental verankerten Menschen.

Waren es hingegen nicht die Illuminaten mit ihren Subversionsstrategien, die die Protokolle in Umlauf gebracht haben, um etwa durch die »Verfälschung« den Verdacht einer Verschwörung auf dasJudentum zu lenken, dann muss die Quelle der Protokolle zumindest vom gleichen okkulten dunklen Strom gespeist worden sein, aus dem auch Weishaupt und Co. ihren geistigen Honig gesaugt haben.

Nun, die mit den Illuminaten-Papieren verblüffend geistesverwandten »Protokolle« beschreiben in klarer Sprache, wie eine übernationale Elite unter Ausnutzung der menschlichen Natur in Verbindung mit der Kontrolle von Kapital und Rohstoffen und dem Einsatz von Terror die Weltherrschaft erlangen kann. (E.R. Carmin Das Schwarze Reich)

Eine der Hauptspuren der Erleuchteten führt nach Schweden, wo zahlreiche adlige Mitglieder nach der Auflösung des Illunimaten-Ordens Zuflucht gesucht haben. Ihre Archive übergaben sie dem Ordensmeister der schwedischen Freimaurerei, der nach der mysteriösen Tod König Gustavs III. am 16. März 1792 als Gustav IV. den schwedischen Thron inne hatte. Seit jener Zeit ist der schwedische König als »Vicarius Salomonis« geborener Freimaurer und absoluter Leiter des Ordens, der im Geiste der mittelalterlichen Mystik für die kontinuierliche Weiterarbeit des Ordens sorgt. Wie der „Alte und Angenommene Schottische Ritus“ ist auch das schwedische Maurersystem nicht auf Schweden begrenzt. Die Verbindung nach Frankreich ist evident. Napoleon benutzte die Maurerei für seine imperialistischen Absichten […] Die italienischen Logen leitete Bonapartes Schwager, König Murat von Neapel. In Bonifacio auf Korsika empfing Napoleon seine erste Einweihung und später nochmals auf Malta […] Die Bedeutung Napoleons für das Maurertum spiegelte sich auch darin, daß es noch im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Logen seines Namens gab, zum Beispiel in Portugal. Den von Napoleon angestrebten Zusammenschluß einzelner Logen unter dem Groß-Orient von Frankreich bemühte sich auch Adam Weishaupt in die Wege zuleiten. (E.R. Carmin Das Schwarze Reich)

Der Großmeister der Hochloge von Philadelphes, sprach von Weishaupt als ›einem der wichtigsten Synchronisatoren der Maurerei‹. Weishaupt soll eine persönliche Verbindung zum Begründer des Groß-Orient von Italien, Pyron unterhalten haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte einer eben dieser schwedischen Hochgradmaurerei verpflichteter Bruder eine der wichtigsten und zugleich auch mysteriösesten Rollen bei den ersten Grundsteinlegungen für das sogenannte »Haus Europa» in der sich abzeichnenden »OrdoNovus Seclorum« als »graue Eminenz«. (E.R. Carmin Das Schwarze Reich)
In der Bibliothek des Britischen Museums in London wurde bis vor einigen Jahren ein Brief ausgestellt, den Albert Pike am 15. August 1871 an Guiseppe Mazzini geschrieben haben soll. Dieser Brief aber ist auf mysteriöse Weise aus dem Verkehr gezogen worden. Albert Pike schildert darin seinem Freund Mazzini Einzelheiten eines wahrhaft »luziferischen« Planes zur Welteroberung. Der Brief ist eine metaphysische Schilderung der zwei bereits stattgefundenen Weltkriege und eines offenbar noch geplanten dritten.

Es gibt tatsächlich einen Orden, der ganu offen erklärt, er vertrete das Erbe der Illuminaten. Es handelt sich um den Ordo Templi Orientis (O.T.O.), dem so diametral gegensätzliche Persönlichkeiten wie Rudolf Steiner und Aleister Crowley zeitweise als Ordensmeister vorstanden.

Die Frage nach dem weiteren Wirken der Drahtzieher hinter dem Reich von Thule und den Baumeistern des Ordo Novus Seclorum führt unmittelbar zurück in die Zeit des Dritten Reiches Hitlers und Himmlers- und darüber hinaus zurück in die Zeit der Kreuzzüge, der Ritterorden,der Tempelritter, so kurios das im ersten Augenblick auch zu sein scheint.In der Welt des Relativen ist eben vor allem die Frage der Zeit in derGeschichte eine zuweilen höchst relative Angelegenheit.
(E.R. Carmin Das Schwarze Reich)

Der O.T.O. ist als Verschmelzung des wiederbelebten Illuminaten-Ordens und der »Hermetischen Bruderschaft des Lichts« (Hermetic Brotherhood of Light). Über die O.T.O. bestand eine Verbindung zum Ordo Novi Templi und zur Wiener Theosophischen Gesellschaft, die wieder nahezu geschlossen im Liebenfelsschen Templerorden vertreten war.

Liebenfels wiederum war wie Guido von List Mitglied des Thule-Ordens. Theodor Reuß und die Bruderschaft des Lichts ihrerseits sind Bindeglieder zu den englischen Rosenkreuzem und den Brüdern vom Golden Dawn; und über so vielseitige Persönlichkeiten wie Monsieur Papus führt dann auch ein Weg zu einer der seltsamsten, heute noch überaus aktiven Geheimgesellschaften: der Prieuré de Sion. (E.R. Carmin Das Schwarze Reich)

Der Ordo Templi Orientis operiert heute von Zürich aus und nimmt als »Psychosophische Gesellschaft« für sich in Anspruch, nicht nur mit dem Ordo Illuminatorum und der Fraternitas Rosicruciana Antiqua identisch zu sein, sondern über dies die Grade und Weisheiten etwa der Ecclesia Gnostica Catholica, der Ritter vom Heiligen Geist, des Johanniter-Ordens, des Memphis-Misraim-Ritus, der Swedenborg-Maurerei, der Martinisten und des Golden Dawn ebenso zu bearbeiten wie die der Hermetischen Bruderschaft des Lichts.

Zu dem erwähnten mysteriösen Orden Prieuré de Sion standen Persönlichkeiten wie André Malraux und General Charles de Gaulle in engem Kontakt. Diese »echte Geheimbund mit 21 Würdenträgern«, die ausnahmslos »éminences grises« der Hochfinanz und zugleich Mitglieder internationale politische und philosophische Organisationen sind, versucht Europa in ein ganz bestimmtes Korsett zu pressen.

Für eine Organisation wie die›Prieuré de Sion‹ gehört es zur Frage des Überlebens, daß man sich bei politischen Machenschaften schmutzig macht […] Wie das Papsttum hat sich die Prieuré jahrhundertelang die Hände beschmutzt, und sie scheint sich in letzter Zeit neuen Schmutz zugelegt zu haben. Doch wie die archetypische Kirche hinter dem Papsttum steht, so steht hinter der ›Prieuré de Sion‹ eine ebenso erhabene Konzeption: eine archetypische Rittergemeinschaft. (E.R. Carmin Das Schwarze Reich)

Es sind die gestaltenden Kräfte der abendländischen Geschichte, die mit allen historisch entscheidenden Bewegungen in einer Beziehung stehen. Mit den Tempelrittern dürfte die Prieuré über Zeiten identisch gewesen sein und dürfte in die Religionskriege des 16. Jahrhunderts verwickelt gewesen sein, in gewissem Sinn auch indirekt mit der Reformation, mit den Aufständen des 17. Jahrhunderts, ebenso mit den politischen Verschwörungen und esoterischen Geheimgesellschaften vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.

Beitragsgrafik: pixabay.com

 

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