Über den Verlust politischer Kontrolle und moralischer Gewissheiten

Obwohl die EU seit der Zuspitzung der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 vor einer Zerreißprobe steht, gibt es noch immer eine Mehrheit unter deutschen Politikern, die voll Überzeugung auf dem Weg ist, „ein geschichtlich völlig neuartiges Imperium des guten Willens auf der Basis edelster Prinzipien“ zu errichten.

Hans-Peter Schwarz DIE NEUE VÖLKERWANDERUNG NACH EUROPA. Dabei sollte jeder Mensch mit gesundem Verstand erkennen, dass Millionen entwurzelter Flüchtlinge, die in die EU bzw. vor allem nach Deutschland drängen, nicht mehr zu verkraften sind, „weder auf den Arbeitsmärkten noch budgetär, noch psychologisch (…) Die brutalen Fakten sind: Europa ist teils dicht bevölkert, überaltert und demographisch geschwächt. Die Attraktivität der europäischen Wohlfahrtsstaaten ist groß, der Zugang dorthin ist leicht, aber die Aufnahmebereitschaft und die objektive Aufnahmefähigkeit haben Grenzen. Die EU ist nicht zu vergleichen mit klassischen Einwanderungsländern wie die Vereinigten Staaten, Kanada und Australien im 19. Jahrhundert. Doch selbst diese haben bereits im 20. Jahrhundert auf selektive Abschottung umgeschaltet.“ (Neue Völkerwanderung, S. 15)

Wurden anfangs die Aufnahmebereitschaft als moralische Großtat gefeiert und warnende Stimmen gegen die uferlose Asylpolitik in die rechtsradikale Ecke geschoben, so zeigt sich jetzt umso deutlicher die gigantische Katastrophe, die mit den bald einer Million perspektivloser junger Leute aus den übervölkerten, von Gewalt deformierten Gesellschaften im muslimischen Krisenbogen und in Afrika eingewandert sind.

Für den Autor Hans-Peter Schwarz ist die erkennbare neue Völkerwanderung der schwarze Schwan des 21. Jahrhunderts.

„Eine erste Lawine hat sich bereits in Bewegung gesetzt – und die Europäische Union ist in ihren Sog geraten. Weitere werden wahrscheinlich folgen.“ (Neue Völkerwanderung, S. 19)

Und die deutschen Politiker werden alles daransetzen, den Strom aus den Krisengebieten weiter zu verstärken, denn den „mediokren, gefahrenblinden Eliten“ wird nichts anderes einfallen, als „stoisch und zum Schaden aller an den Verhaltensweisen, Wertvorstellungen und Strategien festzuhalten, die sie sich in Mediokristan angeeignet haben. Doch nun drohen sich ihre kleineren und größeren Dummheiten zu Katastrophen für ihre Länder, Unternehmen oder ganze Zivilisationen auszuwachsen.“ (Neue Völkerwanderung, S. 9)

Es ist höchste Zeit, sich von den Ketten des Systems zu befreien.

Viele Menschen spüren ein körperliches Unbehagen beim Gedanken, der staatlichen Macht nicht zu gehorchen. Die meisten Menschen können nicht „Nein“ sagen, weil es ihnen über Jahre hinweg eingetrichtert wurde. Diese Botschaft haben sie aus der Schule mitgenommen. Der Glaube an Autorität läßt sie Dinge für richtig halten, die sie sonst niemals tun würden.

Das liegt am Vertrauen sogar gegenüber Menschen, denen jeder im normalen Alltag niemals vertrauen würde. Dabei sollte jeder wissen, auch Politiker sind unberechenbar. Aus dieser Erkenntnis sollte auch niemand glauben, dass Politiker allein das Interesse hätten, uns oder unser Land zu beschützen.

Das Hauptanliegen eines Politikers ist es, die Machtbasis für seine Partei zu vergrößern. Mit Hilfe des Medienkartells ist dies auch gegen die Interessen einer Bevölkerungsmehrheit zu erreichen.

Über solche Fragen sollten wir nachdenken. Es gibt eine gewisse Hoffnung, dass eine stetig größer werdende Menge sich traut, dies zu tun. Ab einem gewissen Punkt könnte die Kurve exponentiell nach oben zeigen. Dann ist der Glaube an den Staat zum Untergang verurteilt.

Auch wenn Frau Merkel an ihrem Flüchtlingskurs unbedingt festhalten will, Margot Käßmann die Grenze der Belastbarkeit durch Flüchtlinge noch nicht erreicht sieht, und für Wolfgang Schäuble der Islam zu Deutschland gehört, das sind Politiker, Menschen des öffentlichen Lebens, denen wir uns im politischen Diskurs nicht mundtod, machtlos ausliefern müssen. Diese Herrschaften vertreten auch nicht mehr eine mehrheitliche Meinung, sondern allenfalls eine oktroyierte, vorherrschende Meinung.

Die neue Völkerwanderung, die auf Europa zukommt, ist Fakt. Statt endlich die Außengrenzen sicher zu schützen, gestatten diese Herrschaften „… buchstäblich einem jeden der mehr als sechs Milliarden Menschen außerhalb Europas das gerichtlich zu überprüfende Individualrecht (…), ein aufwendiges Asylverfahren zu beantragen. Daß alle Verantwortlichen, die Bescheid wissen, diesen Fehler tief unter der Decke halten, ist verständlich, wenngleich unentschuldbar.“ (Neue Völkerwanderung, S. 17)

Beitragsfoto: pixabay.com 

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1 Kommentar

  1. „Diese Botschaft haben sie aus der Schule mitgenommen. Der Glaube an Autorität läßt sie Dinge für richtig halten, die sie sonst niemals tun würden.“

    Und weil das so ist, wird es höchste Zeit, die Bildung zu privatisieren. Leider hat sich der Staat der Bildung bemächtigt. So wurden Schulen genutzt, um die Menschen mit Staatspropaganda zu indoktrinieren und ihnen beigebracht Autoritäten nicht zu widersprechen. Das kollektivistische staatlich Bildungssystem ist somit die Hauptursache. Kollektivismus ist die Idee, dass die Rechte des Individuums aufgegeben werden sollte, zugunsten der Gemeinschaft oder dem Land oder der Nation oder was auch immer für ein Schwachsinnsbegriff man verwenden will, um die Unterdrückung des Individuums im Namen der Gemeinschaft zu rechtfertigen.

    „Das Hauptanliegen eines Politikers ist es, die Machtbasis für seine Partei zu vergrößern. Mit Hilfe des Medienkartells ist dies auch gegen die Interessen einer Bevölkerungsmehrheit zu erreichen.“

    Und dazu benötigten Politiker von der Politik-Kaste abhängige Bürger – und die „Flüchtlinge“ sind bekanntlich abhängig von den Zuwendungen der Politik. Mit den Millionen „Flüchtlingen“ kommen Millionen Wähler für die herrschende Umverteilungsdoktrin der Sozialpolitiker, die alle Parteien betreiben ins Land. Damit können Politiker ihre Macht gewaltig ausweiten. Erkennbar ist das an der zunehmenden Beschränkung der persönlichen Freiheit.

    „Über solche Fragen sollten wir nachdenken. Es gibt eine gewisse Hoffnung, dass eine stetig größer werdende Menge sich traut, dies zu tun. Ab einem gewissen Punkt könnte die Kurve exponentiell nach oben zeigen. Dann ist der Glaube an den Staat zum Untergang verurteilt.“

    Dass der Glaube an den Staat abgelegt wird, wäre mein größter Wunsch. Doch bis dahin, so schätze ich, ist der Weg noch sehr weit. Es wäre hilfreich, wenn die EU zerfallen würde und sich viele kleine Staaten bildeten, dann können auch minimalstaatliche Lösungen praktiziert werden und sich daraus dann auch solche Gesellschaften entwickeln, in denen es keinen territorialen Monopolisten mit der Fähigkeit zur Beteuerung und Rechtssetzung gibt.

    Weil sich das viele Leute nicht vorstellen können, sei hier an das alten Irland vor der Eroberung durch Cromwell verwiesen. Dort gab es in einer tausendjährigen [sic!] Gesellschaft keine Spur eines staatlichen Rechtswesens. Konkurrierende Schulen berufsmäßiger Juristen waren mit der Auslegung und Anwendung des allgemeinen Gewohnheitsrechts befasst, und die Vollstreckung wurde von konkurrierenden und auf freiwilliger Basis unterhaltenen Tuatha bzw. Versicherungsunternehmen besorgt. Zudem waren diese Gewohnheitsregeln nicht wahllos und willkürlich, sondern waren ganz bewußt am Naturrecht, das der Erkenntnis durch die menschliche Vernunft offenstand, verankert. Siehe Joseph R. Peden, „Property Rights in Celtic Irish Kow“, Journal of Libertarien Studies, 1, 1977, S. 81 – 95.

    Alle Leistungen, die der Staat heute als Monopolist sich einverleibt hat, könnten von privaten Anbietern in einer freien Marktwirtschaft im Wettbewerb besser und zu geringeren Preisen zur Verfügung gestellt werden. Der Wohlstand der Menschen wäre in einer solchen staatsfreien Gesellschaftsordnung um ein Vielfaches höher. Es gäbe keine Steuern, kein staatliches Fiat-Geld und keine erzwungene Umverteilung. Flüchtlinge wären entweder auf private, freiwillige Hilfe angewiesen oder müssten für ihren Lebensunterhalt selber sorgen. Das würde den Zustrom vor allem auch deswegen strikt begrenzen, weil alles Privat wäre und sie eine Einladung bräuchten, um in die Gesellschaft zu kommen. Natürlich müsste der Einladende dann auch für die Kosten aufkommen.

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