Silvio ante Portas

Er will´s nochmal wissen, Silvio Berlusconi. Der Multimillionär, Multi-Regierungschef und Medienmulti könnte Anfang März zum 5. Mal italienischer Regierungschef werden. Die Politfigur, die den Italienern das schlechte Gewissen nimmt, wenn sie keine Steuern zahlen oder den Staat auf ihre Weise besch…en – ganz nach der Devise: „Der Silvio macht das doch auch“ könnte er Bella Italia aus der Schuldenfalle führen.

Silvio hätte allemal Chancen gegen Beppo Grillo, wenn er diesen worst case spielen würde.

Was dann geschehen würde, hat Mario Draghi mehrfach angesagt:

Dann müßte Italien seine negativen Target2-Salden ausgleichen, sprich bezahlen. Natürlich ein Kleckerbetrag, nicht einmal eine halbe Billionen, nur 400 Milliarden Euro, die Italien aus der Portokasse bezahlen könnte.
Sollte Berlusconi jedoch pockern und den Saldo nicht begleichen – was ihm mit einem Lächeln spielend gelingen würde – dann… Nein, das würde der Silvio Berlusconi als potentiell nächster Regierungschef niemals tun. Nein, er würde den Saldo bezahlen, schon aus Verbundenheit mit den Deutschen, deren Target 2-Forderungen inzwischen die 900-Milliarden-Schwelle überstiegen haben. Selbstverständlich weiß der Silvio, dass bei einem Italexit die gesamte übrige Südschiene im Euroraum seinem Beispiel folgen müsste.

Deutschland, sprich die Bundesbank, säße dann auf ihren Forderungen von 900 Milliarden. Alles, was Italiener, Portugiesen, Spanier, Griechen usw. bei den Deutschen gekauft haben, wäre dann quasi ein Geschenk der deutschen Sparbuchbesitzer… Warum eigentlich soll man sich ein so großartiges Geschenk nicht machen lassen? Es wäre ja n u r der 2,5-fache Bundeshaushalt der Deutschen. Pippifax sozusagen!

Wenn der liebe Silvio austritt, müßte Herr Draghi die italienischen Staatsanleihen, die seine EZB gekauft hat, zurückerstatten. Natürlich würden die Italiener diese Staatsanleihen mit Kusshand nehmen. Allerdings weiß ich nicht, ob die Italiener dann ebenso verbindlich lächeln wie Bruder Silvio.

Niemand will unterstellen, dass sich Maurerbruder Silvio eine solche Erpressungsmöglichkeit nicht bei der Camorra abgeguckt hätte. Aber er weiß, dass vor allen Dingen die Deutschen ihr letztes Hemd ausziehen würden, um den Euro nicht zu verlieren. Nicht etwa, weil sie die buntbedruckten Euro-Scheine so sehr lieben, sondern, weil sie wissen, dass sie bei einem Zusammenbruch des Euro-Systems noch weitaus mehr als das letzte Hemd verlieren würden.

Frau Merkel, Herr Schäuble und Herr Weidmann sind absolut sicher, dass sie den Deutschen alles aufbürden könnten mit dem Versprechen, damit den Euro wieder einmal gerettet zu haben. Ihnen ginge es vermutlich wie einst dem GröFZ, der auch alles dafür gegeben hätte, wenn er die 2. Armee aus dem Kessel von Stalingrad hätte befreien können. Gestern war das genau vor 75 Jahren. Die Deutschen haben ihre Lektion „Stalingrad“ gelernt und werden jede Finanzaktion akzeptieren, die ihnen ein Euro-Stalingrad erspart. Darauf können sich sämtliche Silvios verlassen!

Und die Deutschen werden sich an das Versprechen von Ex-Kanzler Kohl erinnern: nie wieder Krieg in Europa, wir haben uns doch alle lieb, und wir stehen, wenn´s hart auf hart kommt, alle füreinander ein. Fest versprochen!

Derweil kauft Herr Draghi fleißig weiter italienische Staatsanleihen. Er weiß, dass dies verboten ist, deshalb lässt er die Staatsanleihen über Banken kaufen, die dürfen dann die Staatsanleihen bei der EZB gegen Erstattung der Kaufpreise wieder einlegen. Es geht zu wie bei der „Reise nach Jerusalem“, bei der irgendwann einer keinen Stuhl mehr findet.

Silvio weiß, dass dies die Deutschen sein werden mit den 900 Milliarden, die Herr Weidmann angesammelt hat.

Das wird vermutlich Silvio einen Dreck scheren, schließlich haben die Deutschen jahrelang über die 900 Milliarden-Kreditspende an die Südländer ihr Exportwunder gehabt einschließlich der Steuern, mit denen sie wie von Zauberhand – geradezu aus der Portokasse – die Milliarden für ihre Flüchtlinge finanzieren konnten. Frau Merkel hat das Millionenheer eingeladen, und das war ihr persönliches alternativloses Vergnügen.

Die übrigen Europäer dürften sich entspannt zurücklehnen, wenn am Ende die Deutschen haften, wenn es doch – natürlich absolut unvorhersehbar – zur Euro-Scheidung kommt.

Beitragsfoto: pixabay.com

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