Der freie Mensch – ein Auslaufmodell?

Wer noch immer angesichts der heutigen Massenüberwachung durch Geheimdienste und private Unternehmen achselzuckend der Meinung ist: „Ich habe ja nichts zu verbergen“, sollte das Buch Yvonne Hofstetters lesen „Sie wissen alles: Wie Big Data in unser Leben eindringt und warum wir um unsere Freiheit kämpfen müssen“.

Eine der zahlreichen Rezensienten schreibt bei amazon:

Die Juristin, Essayistin, Sachbuchautorin und IT-Unternehmerin Yvonne Hofstetter zeigt auf, dass persönliche Daten der neue Rohstoff unseres Jahrhunderts Zukunft sind. Indem sie Chancen und Risiken von Big Data und Künstlicher Intelligenz definiert, entwickelt sie einen Forderungskatalog für Politik und Gesellschaft in dem sie die Freiheitsrechte des Menschen im Informationskapitalismus neu definiert.

Die Yvonne Hofstetter fasste die These prägnant zusammen: „Derjenige, der die Kontrolle über die enormen Datenmengen, die ‚digitalen Fußabdrücke‘, die jeder von uns heute im Internet hinterlässt, erlangt, gewinnt auch die Kontrolle über uns selbst. Hinzu kommt der ‚digitale Schatten‘, die Information über jeden von uns, die im Internet zwar auffindbar, aber längst nicht von uns selbst auf kontrollierte Art und Weise zur Verfügung gestellt wird. Der digitale Schatten folgt uns dort, wo andere im Netz über uns reden.“

In ihrer Abhandlung werden folgende Zusammenhänge erschreckend deutlich: Big Data speichert unser Verhalten. Künstliche Intelligenzen analysieren unsere Absichten. Hofstetter macht uns aufmerksam wie wir bewusst oder unbewusst sorglos mit unseren Daten umgehen. Unser facebook-Account, unser Smartphone oder unserer Kreditkarte hinterlassen eine Unmenge an Daten über die wir manipulierbar und transparent sind. Yvonne Hofstetter merkt an, dass über diese schleichenden Veränderungsprozesse, über die nicht abgestimmt wird, unsere Demokratie in Gefahr gerät. Auf diese Entwicklungen macht sie aufmerksam. Diese Prozesse liegen in den Händen weniger großer Unternehmen, Banken, Versicherungen, etc. die über große Datenmengen verfügen und sie entsprechend auswerten können.

Yvonne Hofstetter: „Was der moderne Sammelbegriff Big Data heute zusammenfasst, beschreibt eine technologische Revolution bisher unbekannten Ausmaßes. […] Was uns wie in einem Sog mitreißen wird, der enorme strukturelle Veränderungen unserer Gesellschaft, unserer Rechts- und Staatssysteme mit sich bringen wird, sind intelligente Maschinen, die selbständig in der Lage sind, aus riesigen, global verfügbaren Datenmengen eine detaillierte Lageanalyse zu erstellen, die in Echtzeit beschreibt, was wir tun, denken oder wünschen.“ Sie stellt die These auf, dass die Gesellschaft neue Regeln auf den Ebenen Politik und Technologie in dieser neuen Zeit benötigt, damit Freiheit und Demokratie nicht zwischen Politikversagen und Big Data zerrieben werden.

Yvonne Hofstetter gelingt es sehr gut, komplexe Zusammenhänge verständlich vorzustellen, die gesellschaftlichen und technischen Folgen der digitalen Transformation aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, dass ein neuer gesellschaftlicher Rahmen erstellt werden muss, wenn unsere Solidargemeinschaft nicht im Datenkapitalismus untergehen soll. Für diese Debatte liefert ihr die EU den geeigneten Rahmen.

Der freie Mensch – ein Auslaufmodell?

Islamistischer Terror und Überwachungsstaat – ein bedrohliches Wechselspiel:

Terroranschläge und Radikalisierung lösen in der westlichen Gesellschaft Beklemmung aus. Die Furcht vor „dem Islam“ geht mit der Ausweitung des Überwachungsstaates einher. Doch wie wirkt sich islamistischer Terrorismus tatsächlich aus? Sind die Ängste vor einer „Überfremdung“ berechtigt? Oder dienen sie nicht vielmehr als Vorwand für massive staatliche Eingriffe in unsere Freiheit? Christa Chorherr zeigt schonungslos auf, wie groß die Gefahren durch Islamismus und Terrorismus für Europa wirklich sind – und welche Konsequenzen für uns alle daraus erwachsen: staatliche „Schutzmaßnahmen“, die zu einer lückenlosen Sammlung persönlicher Daten und deren Verwertung ausarten und zum zunehmenden Verlust unserer Privatsphäre führen.

 

Beitragsfoto: pixabay.com

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