Der Dreißigjährige Kreuzzug in Deutschland

Krieg ist Geschäft und gehört zur Ausbeutung. Die druidische Priesterschaft hatte ihn immer für ihre Ziele angewendet. Die römische Kirche plante Kriege in ihre Machtpolitik nicht weniger brutal ein. Die Vorbereitungen zur großen Auseinandersetzung, die ganz Deutschland ihr wieder auf den Altar liefern sollte, dauerten Jahrzehnte, genau wie es einst die Römer taten oder die Priester die Zerstörung Germaniens planten.

Erstmals im 16. Jahrhundert ist die planmäßige Einkreisungspolitik der Kurie gegen die abgefallene deutsche Nation nachweisbar. Der Beginn des 17. Jahrhunderts sah ihre Kriegsvorbereitung in Deutschland reifen – und wurde endlich erkannt. Die Mehrheit der protestantischen Fürsten begriff ihre gefährliche Lage und schloß sich zur »Union« zusammen. Dagegen organisierte die Kirche die katholische »Liga«. Damit waren die politisch-militärischen Fronten für den kommenden Bürgerkrieg in Deutschland bezogen.

Der Haß zwischen Lutheranern und Kalvinisten wurde von jesuitischen Agenten mit politischen Intrigen kräftig geschürt, getreu ihrem alten Grundsatz, die Gegner durch innere Streitigkeiten zu spalten. Genau 100 Jahre nachdem Luther den Großteil Deutschlands der Kurie entrissen hatte, begann der Dreißigjährige Krieg, der großangelegte Versuch, mit einem riesigen (lange angekündigten) Blutbad die Deutschen wieder unter das Joch des Papstes zu zwingen. Wie jeder Krieg, mußte auch dieser finanziert werden: Weil es Papiergeld in Europa noch nicht gab, griffen die Protestanten-Fürsten zur Münzverschlechterung. Sie wurde so arg gehandhabt, daß durch enorme Preissteigerungen zahllose Bürgerfamilien verarmten und, schlimmer noch, keiner dieses Geld annehmen wollte. Unbezahlt wollten die protestantischen Heere nicht mehr kämpfen. Der Papst besaß den erheblich längeren finanziellen Arm!

Die wirtschaftliche Schwächung des protestantischen Bürgertums, Geldmangel und Unfähigkeit der Unionsfürsten kam ihm äußerst gelegen. Er schien dem Siege nahe und rief 1622 die »Sancta congregratio de propagande fide« ins Leben (richtete ihre geistige Zwingherrschaft wieder auf). Die norddeutschen Länder bis zur Ostsee wurden besiegt und unterworfen. Gustav Adolf wußte, wenn er weiter neutral bliebe, sein Land als nächstes der römischen Kirche zufallen würde. Er griff in den Krieg ein und überwand fast alle katholischen Streitkräfte in Deutschland: Die Priester sahen sich um ihre Kriegsziele betrogen. In dieser Krise soll er in der Schlacht bei Lützen »von einem Verräter« hinterrücks erschossen worden sein. Sogar der von Kaiser und Kirche zum Feldherrn der Katholisierung ernannte Wallenstein durchschaute den Wahnwitz der Priesterpolitik. Er führte den Krieg schließlich nur zum Schein, seine Friedenspläne sahen vor, »die Jesuiten als Störer des allgemeinen Friedens, als Urheber der gegenwärtigen Unruhen, für immer aus Deutschland zu verbannen«, er verhandelte insgeheim mit Schweden über Waffenstillstand und Bündnis. Das war für die Priestermacht, die den frommen Kaiser beherrschte (die Intrigen des Jesuiten Lamormain, Beichtvater Ferdinands, erwähnen die Geschichtebücher fast nie!), Frevel und eine unzulässige Störung ihrer Pläne. Sie beantwortete sie mit der Ermordung Wallensteins.

Nach den Schweden trat Frankreich in den Krieg ein. Hauptanstifter war der berühmt-berüchtigte Kardinal Richelieu, und man könnte fragen, weshalb dieser hohe Priester und Staatslenker ein Bündnis mit Schweden schloß. Mit Protestanten gegen »Seine Apostolische Majestät«, den Kaiser? Hätte Richelieu Willen und Plänen seiner Kirchenleitung zuwider gehandelt, so wäre er gewiß nicht Kardinal gewesen und geblieben. Nein, auch da kommen langfristige Pläne und Ränke zum Vorschein. In erster Linie ging es den Kriegsanstiftern um die Bezwingung der deutschen Nation, die wieder einmal so unbeugsam die Priesterherrschaft in Frage stellte. Während Gustav Adolf gegen die Allmacht der katholischen Priesterschaft kämpfte, saßen Jesuiten in Stockholm und bearbeiteten seine Tochter Christine, die nach seinem Tode zum Katholizismus übertrat (allerdings auf den Thron verzichten mußte) und in geistgestörter Höllenfurcht ihr Leben beendete. Die Jesuiten erwarteten frohgemut Gustav Adolfs Tod. Wir durchschauen die Politik: Richelieu bekam den christlich-gläubigen König unter seine Aufsicht, kannte alle seine Pläne beizeiten, konnte mit »französischem« Gelde das Schlachten und Zerstören in Deutschland fortsetzen, damit möglichst wenige dieser widergespenstigen Deutschen übrig blieben. Kardinal Richelieu war nicht bloß ein geistig und sittlich verkommener Charakter, er war ein besessener Deutschenhasser in bester Tradition der Druidenpriester seit der germanischen Eroberung Galliens. Diesen Haß haben auffallend viele führende Franzosen übernommen. In leitender Stellung ihres Staates spürten sie schmerzhaft die kulturelle Unterlegenheit der Gallier. Ich erinnere nur an Clemenceaus berühmten Ausspruch, »noch 20 Millionen Deutsche (sind) zuviel«!

Um das Maß der fremden Horden vollzumachen, die von der Aussicht auf Sold und Beute gelockt, bewaffnet nach Deutschland strömten, beteiligten sich Spanier, Engländer, Dänen und Holländer an diesem Kriege, der sie so wenig anging wie die von Tilly herangeholten Balkanbanditen. Die finanzielle und wirtschaftliche Erschöpfung Deutschlands war seit 1635 unheilbar; eine Entscheidung nicht zu erreichen. Die Priester, voran natürlich Jesuiten, versuchten dennoch jahrelang den Frieden zu verhindern, den man 1648 zu Münster und Osnabrück unterzeichnete. Er wurde gegen den wütenden Protest des Papstes geschlossen. Deutschland war politisch und wirtschaftlich fast vernichtet. Seine Bevölkerung war von 24 auf 7 Millionen gesunken. Es zählte zur Stauferzeit schätzungsweise 30 Millionen Menschen, daraus gehen Stillstand und Niedergang in 300 Jahren noch offenkundiger hervor. 300 verschiedene »Souveräne« konnten, unter ausländischer Aufsicht und oftmals bestochen, über unsere Nation herrschen wie ihnen beliebte.

Erschütternde Berichte über den Krieg, der 30 Jahre lang Deutschland verwüstete

 

 

Titelfoto: pixabay.com

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